Gaststätte "Zum Tiegela"
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Unser Haus ist nun schon mehr als 200 Jahre im Familienbesitz. Seit wann überhaupt hier die „Schenke“ steht, verliert sich im Dunkel längst vergangener Zeit. Fest steht jedoch, dass schon Jahrhunderte vor uns die Menschen den Steinachfluss aufwärts zu den Bergen zogen oder von dort aus nach Süden reisten. Schon um 850 herum wird in den alten Schriften von einem Rittergut zu Niederlind geschrieben.

Der Weg von Sonnefeld nach Thüringen führte am Fluss Steinach entlang.

So beschreibt der alte Topograph Christian Friedrich Kessler von Sprengseysen im Jahre 1781 unseren Ort:

Niederlind,
ein angenehm liegendes Dorf, welches von dem adeligen
Erfaischen Rittersitz und dem dabey angelegten Garten
größte Zier erhält.
Es bestehet aus 29 Wohnhäusern, worunter eine Mahlmühle
und Schenke sich befindet; wegen des guten Feldes und der
schönen Wiesen ist der Feldbau und die Viehzucht sehr erträglich.
Die Gemeinde hat in dem Arm von dem Steinachfluß so durchs Dorf
läuft, die Fischerey. Es ist nach Oberlind gepfarrt und hat 130
Erwachsene und 61 Kinder, in allen 191 Einwohner und giebt 4 Mann
zur Stabskompanie.

So kann  unsere Mutter, Elli Maaser, noch davon erzählen, dass ihr im Jahre 1862 zur Welt gekommener Großvater, Louis Mechthold, der hier im Hause geboren wurde, selbst später die Schenke führte und daneben noch der herrschaftliche Braumeister drüben im Schloss war.

Fleißig muss unser Ahn schon gewesen sein, denn er war nicht nur Braumeister, sondern auch Fleischermeister mit eigenem Schlachthaus.

Wenn unser Ahn früher zum Schweinekauf ins Unterland fuhr und der Handel um die Sau war abgeschlossen, musste auch etwas gegessen uns getrunken werden.

Da soll unser Louis immer gesagt haben:

Bringt mir a Tiegela“

Man wusste dann schon, er wollte Rührei mit Speck in der Pfanne essen.

So soll unser Hausname entstanden sein.     

Zum Tiegela“, 
so nennen wir heute offiziell unser Haus. 

Aber schon zu alten Zeiten hing uns der „Hausname“ an und manche Leute wissen gar nicht, dass unser Familienname  Maaser ist .

Wir nehmen es keinem übel, Hauptsache es ist gut gemeint.

Wie unser Ahn Louis sagte, sei aber das herrschaftliche Braurecht verloren gegangen und bei dem großen Hochwasser am 24. und 25. November 1890 sei die große Braupfanne drüben aus dem Wirtschaftsgebäude des Schlosses mit davon geschwommen. Auch in unserem Haus stand das Wasser sehr hoch.

Aber nicht nur Fleischerei und Schenke war unter diesem Dach in alten Zeiten zu finden, nein, von der Haustür aus rechts die Tür führte in den Klassenraum für die Kinder des Ortes. Dort fand der Schulunterricht statt, bis die auf dem Gelände des heutigen Gemeindezentrums stehende Schule erbaut wurde.

Also, lieber Gast unserer heutigen Zeit, viele, viele Menschen in unserer Landesgeschichte  saßen schon auf dem Platz, den Sie gerade eingenommen haben, ob Mönch oder Schweinstreiber, Franzos oder Amerikaner, Russe, Grenzer oder weitgereister Wandersmann, alle fühlten sich in der alten ehrwürdigen, aber immer zeitgemäßen Schenke zu Niederlind heimisch und wohl.

Wir hoffen dasselbe auch von Ihnen.

Ihre Wirtsleut